DER RAT DER WEISEN
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Unruhen in der Provinz Sambwani

Hier ist die wahre Geschichte hinter dem Votum viel tragischer und grausamer, als das Buch es auch nur andeuten kann. Ruanda liegt mitten in Afrika und dort kam es 1994 zu einem Völkermord, dem wahrscheinlich mehr als eine Million Menschen zum Opfer fielen.

Was war passiert? In Ruanda gibt es verschiedene Volksgruppen, die sich eigentlich nur dadurch unterscheiden, wie sie leben: Das sind vor allem die Hutu, die Bauern sind, und die Rinderzüchter der Tutsi. Man kann einem Ruander nicht ansehen, ob er ein Tutsi oder Hutu ist, aber: Die Hutu-Bauern stellen die große Mehrheit und die rinderzüchtenden Tutsi die Minderheit der Bevölkerung – nur etwa jeder Zehnte Bewohner von Ruanda war ein Tutsi. Zwischen diesen beiden Gruppen schwelte über Jahrzehnte ein Konflikt, bis es dann 1994 zum Völkermord kam: Angeheizt durch die Hutu-Führung gingen Hutus auf ihre Tutsi-Nachbarn los, mit denen sie jahrelang friedlich zusammengelebt hatten, und ermordeten sie.

Eine mögliche Lösung scheint den Weisen zu sein, die Volksgruppen komplett voneinander zu trennen, damit es Frieden gibt.

Man nennt so etwas Ethnische Säuberung. Das klingt vielleicht ganz nett, bedeutet aber nichts anderes als die Vertreibung von Menschen aus ihrer Heimat. Landstriche werden von bestimmten Ethnien, also Volksgruppen, "gereinigt" und diese Menschen müssen alles hinter sich lassen und sich eine neue Heimat suchen.

Ethnische Säuberung bedeutet immer Unrecht und Gewalt, sei es durch Vertreibung, Plünderung oder Mord. Oft geht es vordergründig um Religion oder um Volkszugehörigkeit. Tatsächlich geht es aber eigentlich immer nur um Macht und um Besitz – und fast immer sind es wenige Herrschende, die aus Eigennutz dazu aufstacheln, gegen andere Menschen vorzugehen, die irgendwie anders sind.

 

Stichworte für Neugierige: Ruanda, Völkermord, ethnische Säuberung